Häufig gestellte Fragen

Ich kenne die Begriffe Burschenschaft und Studentenverbindung. Was ist denn nun ein Corps?
„Studentenverbindung“ ist ein Oberbegriff für studentische Zusammenschlüsse, die in gewissen traditionellen Formen organisiert sind und sich im Wesentlichen im 19. Jahrhundert herausgebildet haben. Die älteste Form von Studentenverbindung sind die Corps. Weitere Formen sind Burschenschaften, Landsmannschaften, Turnerschaften, Sängerschaften und andere Arten von Verbindungen mit zum Beispiel religiöser oder musischer Ausrichtung. Corps sind politisch, religiös und weltanschaulich tolerant und vereinen Studenten aus allen Ländern der Welt. Sie tragen Couleur und pflegen das akademische Fechten, die Mensur.



Die Corps freuen sich über Ihren Besuch.

Wie finde ich ein Corps, das zu mir passt?
Wenn Sie sich als Gymnasiast oder junger Student für Corps interessieren und keine entsprechenden Kontakte im Verwandten- oder Bekanntenkreis haben, können Sie im Telefonbuch unter „C“ wie „Corps“ nachsehen oder bei Google nach „Corps“ und „Name des Hochschulortes“ suchen. Auch auf dieser Website gibt es eine Corps-Suchfunktion nach Hochschulorten: Corps vor Ort. So können Sie per Telefon oder Email Kontakt aufnehmen und sich zu Veranstaltungen einladen lassen. Auch auf Abi-Messen sind die Corps seit geraumer Zeit zunehmend vertreten. Die Corps freuen sich über Ihren Besuch.

Wie erfahre ich, ob eine Mitgliedschaft in einem Corps für mich das Richtige ist?
Durch Ausprobieren. Am besten nehmen Sie Kontakt zu einem Corps am Hochschulort Ihrer Wahl auf und bitten um Einladungen zu interessanten Veranstaltungen. Durch den Kontakt mit den Studenten erfahren Sie schnell, wie sehr das Corpsleben ihre Studienzeit bereichern kann und ob und wie gut das Corps zu Ihnen passt.



Traditionell „unzeitgemäß“. Die Corps sind immer jung geblieben, weil junge Leute das Sagen haben.

Warum gibt es überhaupt noch Corps? Sind das nicht ewiggestrige und unzeitgemäße Organisationen?
Die Corps sind die älteste heute noch existierende Form von Studentenverbindung, einige Corps sind über 200 Jahre alt. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es erste Reformbewegungen, die die Corps abschaffen oder ersetzen wollten, wie die Burschenschafts-Bewegung oder die Progress-Bewegung. Schon damals galten die Corps als nicht mehr zeitgemäß. Corps orientieren sich jedoch seit jeher nur an ethischen Werten und nicht an politischen Ideologien. Wer darauf eingeschworen ist, der ist in einem Corps nicht richtig. Deshalb haben sich die Corps bis heute gehalten, haben Monarchien und Diktaturen überlebt und begeistern noch heute junge Studenten mit ihrer Ausstrahlung und ihrer spezifischen Form des Zusammenlebens. Corps haben alte Traditionen, sind aber immer jung geblieben, weil sie von jungen Leuten getragen werden.

Warum nehmen Corps keine Frauen auf?
Als die ersten Frauen in Deutschland auf die Universitäten kamen, gab es die Corps bereits seit rund 100 Jahren. Die Strukturen waren bewährt und bereits fest auf eine Männergemeinschaft ausgerichtet. Die Frauen haben mittlerweile ihren Weg an die Universitäten gefunden und stellen heute sogar etwas mehr als die Hälfte der Studierenden. Die Studentenverbindungen haben sich mit ihrer Vielfalt darauf eingestellt. Einige Verbindungen nehmen Männer und Frauen auf, einige nehmen nur Frauen auf. Viele Studentenverbindungen nehmen weiterhin nur Männer auf. Das Angebot ist vielfältig, es ist für Jeden etwas dabei. Und die Corps gehören als Männergemeinschaften dazu.



Eine stilvolle Atmosphäre und gediegene Umgangsformen. Weibliche Gäste genießen bei Corpsveranstaltungen besondere Aufmerksamkeit.

Sind Corps frauenfeindlich?
Frauen sind auf allen Corpshäusern gern gesehene Gäste und fast täglich präsent. Ob es die Kommilitoninnen der Corpsmitglieder sind, die an Arbeitsgruppen teilnehmen, oder die Freundinnen, die am Gemeinschaftsleben Anteil haben. Höhepunkt im Jahresprogramm eines Corps ist der Stiftungsfestball, zu dem die Alten Herren ihre Ehefrauen und Töchter mitbringen. Viele Frauen genießen die stilvolle Atmosphäre bei Corpsveranstaltungen. Und die Corpsstudenten geben sich alle Mühe, dass das so bleibt. Dies belegt ein Blick in die Fotogalerie einer beliebigen Corps-Website.

Wie war das Verhältnis der Corps zum Nationalsozialismus?
Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) war in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren ein erbitterter hochschulpolitischer Gegner der Corps und der anderen Korporationsverbände. Die Ideologie der Nationalsozialisten war mit der Kultur und den Traditionen der Corps nicht vereinbar. Dies wurde spätestens mit der Machtergreifung 1933 deutlich, als die Nationalsozialisten in die Hochschulpolitik eingriffen. Die demokratischen Strukturen, die akademische Kultur mit ihren speziellen Traditionen und der individuelle Ehrbegriff der Corps widersprachen der nationalsozialistischen Ideologie von Führerprinzip, Gleichschaltung und Kadavergehorsam. Spätestens 1935 mussten die Corps ihren Betrieb einstellen und konnten nur im Untergrund heimlich weiterexistieren, mit Strafandrohung verfolgt. Die Corpsstudenten, die sich am Widerstand beteiligten oder als Mitwirkende am Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurden, werden heute von den Corpsverbänden besonders geehrt.

Wie stehen die Corps zu politischem Extremismus?
Corps sind politisch tolerant und akzeptieren alle politischen Auffassungen, solange sie mit grundlegenden ethischen Prinzipien vereinbar sind. So sind Corpsstudenten praktisch in allen im Deutschen Bundestag vertretenen demokratisch legitimierten Parteien Mitglied. Demagogie, Extremismus und Intoleranz sind den Corps wesensfremd. Corps nehmen Wehrdienstverweigerer auf und Mitglieder aller Religionen. Corpsstudenten kommen heute aus allen Kontinenten und treffen in den Corps auf eine weltoffene Atmosphäre.

 

Wenn Sie noch weitere Fragen haben, kontaktieren Sie die Corps. Schreiben Sie eine Email...

Karte mit Hochschulorten Corps vor Ort AHSC vor Ort